Bonaire – Divers Paradise

Bonaire - Dieses Strassenschild gibt es nur hier. Achtung - Taucher kreuzen die Straße“Divers Paradise” – ein Slogan, den man nicht nur auf vielen T-Shirts lesen kann – auch auf Nummernschildern springt einem dieser Spruch ins Auge! Als leidenschaftlicher Taucher ist das natürlich besonders knorke, diesem immer wieder über den Weg zu laufen. Bin ich auf Bonaire wirklich im Taucherparadies angekommen? Ein ganz klares JEIN von mir! Dazu später mehr. Erstmal möchte ich euch die Insel vorstellen:

Bonaire ist die dritte der ABC-Inseln auf meiner Karibik Reise, welche im Süden der Karibik – kurz vor Venezuela – liegt.
Was macht Bonaire sehenswert? Bonaire ist ein eigenständiges Land, hat aber dennoch einen besonderen niederländischen Einfluss, durch die Zugehörigkeit des Niederländischen Königreichs. Wenn ihr jetzt das Bild vor Augen habt, dass am Strand statt frischem Obst runder Käse verkauft wird, vergesst das schnell wieder. Eine niederländisch geprägte Insel mit dem Feeling der Karibik – das ist schon ein Grund mal vorbeizuschauen 😉 Aber noch lange nicht alles!

In der Hauptstadt Kralendijk (=Korallen Damm) kann man sich die Zeit gut vertreiben. Hier reihen sich Bars und Boutiquen in bunten Häusern aneinander.
Du darfst dir jetzt aber keinen großen oder gar riesigen Ort vorstellen. Ich sag es mal so – in 30 Minuten ist man locker durch den Ort gelaufen und die Insel selber hat gerade mal ca. 15.000 Einwohner. Kannste ja jetzt mal mit deiner Stadt/Ort/Gemeinde vergleichen.

Bonaire - Der Hafenterminal in der Hauptstadt lädt Hobbyfotografen schon zum verwailen einDie Insel selbst lässt sich gut und schnell mit einem Roller erkunden (25,-$ am Tag). Bei der Fahrt wirst du an lustigen Schildern vorbei kommen, die darauf aufmerksam machen, dass Taucher die Fahrbahn kreuzen können – ähnlich wie die bekannten Straßenschilder in Australien (Achtung Kangaroo) oder Neuseeland (Achtung Kiwi). In dem Fall aber mit mir drauf, also im gewissen Sinne 😀
Bei einer Inselrundfahrt ist es nicht selten, Flamingos in freier Wildbahn zu sehen, was schon beeindruckend ist.

Klein & Groß Bonaire

Bonaire - Wasserfahrzeuge jeglicher Art gibt es hier. Alles rund ums Wasser, das ist hier das Motto auf BonaireFür die, die es lieber nass mögen ist es “fast egal” wo man hier ins Wasser eintaucht. Nach ein paar Metern sind an so gut wie allen Stellen Korallen und Steilwände mit unzähligen Fischen und anderen Marinen Tieren zu sehen.
“Fast egal” deswegen, weil man dort wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen nicht ins Wasser darf – klar, oder? Aber unter den Schiffen ist eh nichts ausser Sand und Reifen – unspektakulär. Aber egal, wo ich sonst ins Wasser gestiegen bin, ich durfte dort schwimmen, plantschen und schnorcheln. Du musst also nicht lange suchen, um ein tolles Plätzchen zu finden.

Groß Bonaire

Bonaire - Einer der vielen kleinen Strandbars auf Bonaire. Hier schlägt das Wassersportler Herz höherAuf groß Bonaire – also auf der Hauptinsel – darf man überall von Land aus ins Wasser rein. Du solltest nur Badeschuhe tragen, da im Ufernahen Bereich doch viele Seeigel und scharfkantige Steine im Flachwasser sind.
Besondere Stellen für Taucher sind am Strassenrand mit einem gelben Stein markiert – auf welchen der Name des Tauchplatzes auch geschrieben ist.
Wenn du im Wasser ein paar Meter geschnorchelt/getaucht bist kommst du an einem abfallenden Abhang oder gar an eine Steilwand. Die obere Kante dieses Korallen Dachs befindet sich ca. auf 8-10 Metern und geht dann runter bis auf 40 Metern und mehr runter. Tech Diver können hier gerne auch noch einiges Tiefer gehen – ich meine das es Stellen zwischen Groß und Klein Bonaire gab, die auf 400 Meter runter gehen. (Ammenhai tiefe?!?)

Bonaire - schöne Küstenlandschaft, kristallklares Wasser und eine Unterwasserwelt für Taucher und Schnorchler - dies und viel mehr bietet Bonaire in der KaribikIn dieser Unterwasserwelt erwarten dich viele Schwämme, Hart- und Weichkorallen, welche der Tierwelt viel Lebensraum bieten.
Kleine Schnecken und Riff typische Fische sind hier genauso zuhause wie Barrakudas, Feuer- und Trompetenfische, Schildkröten, Tarpune und selten auch Delfine. Das ganze wilde Leben kann hier unter Wasser beobachtet werden. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Klein Bonaire

Klein Bonaire, eine kleine Insel vor Kralendijk, ist nur auf drei Wege zu erreichen:

  1. Schwimmen – aber die Entfernung ist dann doch etwas weit.
  2. Eine geführte Tour mit einem der örtlichen Anbieter – So siehst du viele plätze von der kleinen Insel und kannst dir die Unterwasserwelt in Ruhe anschauen.
  3. Mit einem Wassertaxi – diese Taxis fahren den einzigen weißen Sandstrand der Insel an. Karibischer, weißer Sand klingt erstmal verlockend, dennoch gibt es hier keinen Schatten, keine Klos oder sonstige Läden. Das sollte dir bewusst sein. Dafür ist alles (fast) unberührt und lädt zum Chillen und Plantschen ein. Denke hier an geung Sonnenmilch oder eine Strandmuschel für den Schatten.

By the way – Lustiger Fakt: Papageifische sind Handgroße bunte Fische mit einem Mund wie ein Papagei. Die Fische knabbern an Korallen rum und die verarbeitung – also das was hinten rauskommt – ist Sand. Sprich, Papageifische kacken bis zu einer Tonne Sand in ihrem Leben.

Bonaire - Die Korallenwelt auf Bonaire bzw. unter der Wasseroberfläche ist einfach nur WOWAuf die Insel selber darf man aber nicht rumlaufen, da die Insel unter Naturschutz steht und das ist auch gut so.
Aber nicht nur die Insel, sondern auch das Meer steht unter Naturschutz – in diesem Falle nennt sich das Marineschutzpark, für den eine Gebühr zum aufrechterhalten bezahlt werden muss. (~10,- €). Deswegen ist die erste Option (Schwimmen) wohl auch nicht so vorteilhaft.

Bonaire - Die Korallengärten fangen knapp einen Meter unter der Wasseroberfläche schon anBei all dem sei gesagt – und der Slogan “Divers Paradise” verrät es auch ein wenig – hier kann es voll werden im Wasser. Ca. 50.000 Taucher und Schnorchler tummeln sich hier jedes Jahr im Wasser.
Die Unterwasser Welt bietet viele intakte Pflanzen und Korallen, aber einige sind auch kaputt – dies kommt zwar auch von unvorsichtigen Besuchern (Menschen) – aber zum größten Teil sind Hurricans und das allgemeine Wetter an der Zerstörung der Unterwasserlandschaft schuld.
Dennoch warnende Worte von mir: Eine Koralle ist ein Tier und wenn du es nur leicht berührst, reisst du ein Arm oder Bein dieses Tieres ab. Unterwasser sind wir nur Besucher und wir sollten uns auch so benehmen. Wir alle wollen noch lange etwas von diesem Naturwunder unter Wasser haben, also gib Acht.

An dieser Stelle etwas Werbung für “Buddy Dive” auf Bonaire – weil ich die Sache von der Tauchbasis MEGA finde.

  1. Wenn du bei Buddy Dive wohnst/untergekommen bist, dann kannst du dir ne Flasche nehmen, ein Pickup leihen und irgendwo auf der Insel Tauchen gehen/fahren.
  2. Buddy Dive “züchtet” Korallen an. Hierzu werden Metall Konstrukte (Tannenbäume) direkt an der Basis im Wasser versenkt und Korallen “angebaut” – damit möchte Buddy Dive nachhaltig etwas für die schöne Unterwasserlandschaft tun.
    Wenn die Korallen dann ausgewachsen sind, werden diese in das Riff eingegliedert.
    Und an diesem kleinen Korallen-Tannenbaum-Wald vorbei zu tauchen hat schon etwas cooles.

Nährere Infos: Buddy Dive | Zeitungsartikel tauchen.de

Das Wrack der Hilma Hooker

Bonaire - Schildkröten sind hier in der Unterwasserwelt keine SeltenheitEine klare Empfehlung für fortgeschrittenen Tauchern ist das Wrack der Hilma Hooker!

Kannst du dich noch an den Aruba Artikel erinnern? Der Slogan von Aruba heißt “One Happy Island” und die Geschichte dazu kommt von diesem Wrack.
Du kannst das Ganze auch nachlesen auf Wikipedia – aber meine Story ist besser. (Jeder Mythos wird etwas ausgeschmückt).

Im Jahre 1984 hat die Hilma Hooker auf dem Weg von Panama nach Venezuela aufgrund von Motorproblemen vor Bonaire festgemacht.
Da das Schiff keine Hilfe seitens Bonaire angenommen hat und die Papiere nicht ganz mit der Fracht übereinstimmten, wurde der Zoll misstrauisch und hat das Schiff stillgelegt.
Über Nacht ist die ganze Besatzung des Schiffs spurlos verschwunden und auch der Eigentümer, Absender und Empfänger der Ware konnten zu dem Schiff nicht ausfindig gemacht werden. Jetzt lag da ein riesen großes Containerschiff vor Bonaire – was sollte damit geschehen?

Da der Rumpf der Hilma Hooker undicht war und das Schiff allgemein in einem sehr schlechten Zustand war, wäre eine Reparatur zu teuer gewesen. So hat sich die Regierung dazu entschlossen, das Schiff leerzuräumen und an eine bestimmte Stelle zu schleppen – auf der Hoffnung, es geht vielleicht unter und in der Hafeneinfahrt konnte man kein Wrack gebrauchen.

Wie es der Zufall will, ist die Hilma Hooker rein zufällig am 12. September 1984 um 9:05 Uhr auf ein Kiesbett neben den Korallenriff auf 31 Meter gesunken. Und noch ein Zufall: Es waren auch einige Pressevertreter vor Ort, die dies außergewöhnliche Ereignis mitverfolgen konnten. Soooo ein Zufall aber auch….

Und warum jetzt “One Happy Island”?

Jaja, ich komme ja jetzt dazu.

Als das Schiff Unterwasser-Tauglich… ähh, auseinander genommen wurde, hat man in den Wänden des Schiffs ca. 11 Tonnen Gras (Marihuana) gefunden. Da niemand genau wusste, was man nun mit dem Zeug anstellen soll, hat man es kurzerhand einfach verbrannt.
Die so entstandene Gras-Wolke ist nach Aruba rüber gewabbert und alle waren Happy – One Happy Island. Eine Glückliche Insel!

Zum Tauchplatz: Das komplett intakte Wrack der Hilma Hooker steht nicht aufrecht wie damals erhofft, sondern es ist zur Seite umgekippt und liegt auf 30 Meter Tiefe.
Die zwei Laderäume sind durch eine betauchbare Luke verbunden und im Laderaum tummeln sich meistens einige Tarpune rum.
Direkt am Wrack angrenzend ist ein schönes Korallenriff mit viel Fisch, so dass man nicht im freien Wasser seinen Sicherheitsstopp machen muss – so gibts noch mal was aufs Auge, also zu sehen.

Ich habe eine interaktive Karte gefunden, die sehr gut ist: http://stinapabonaire.org/dive-map/
Und dieses Karte auch:

Bonaire - Eine Karte der Insel mit vielen Spots drauf


Warst du auch schon einmal im Divers Paradise? Wie hat es dir dort gefallen? Wenn du noch nicht warst, such dir nen Flug raus und schau es dir selber an. Eine wunderschöne Insel.
Wie auch immer – bleib Neugierig und vielleicht sieht man sich ja mal unter Wasser.
In dem Sinne – bis bald Buddy.

Greetz
Marcel

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