Canyoning

headWas stellst du dir darunter vor?

Wasser? Ja!
Wasserfall! Jo!
In der Natur? Auch ja!

Ich sag dir mal, was ich mir darunter vorstelle bzw. vorgestellt habe.

Canyoning - Meine Vorstellung davon
Canyoning – So hab ich mit den Wasserfall vorgestellt

Stell dir eine Felswand vor, links und rechts ragt der Felsen etwas hervor und ist mit Bäumen, Blumen sowie Ranken grün bewachsen.

Als Highlight fließt mittendrin ein Wasserfall – 50 Meter oder höher.
In der Gischt unten bildet sich ein Regenbogen und links fliegt ein Colibri Pärchen seine Kreise.

Am oberen Rand stehe ich mit der Ausrüstung und hinter mir geht die Sonne gerade auf. Heroisch geht es in dem Stil des Houserunning den Wasserfall runter. Abenteuerlich aber nur kurz den Wasserfall runter. Fertig.

 

Soviel zu meiner Vorstellung – jetzt zur Realität.

 

Canyoning - Der Weg ist das ZielIn der Basis irgendwo in den Bergen von Madeira haben wir unsere Klamotten gegen einen Neoprenanzug, Helm und rutschfesten Schuhen getauscht.
So ausgerüstet ging es – mit dem Bus – den Berg hoch zu einem kleinen Gebiergsbach. Diesen sind wir bis zu einem Abhang gefolgt – hier sollte es also direkt losgehen.

Canyoning - Die Gruppe folgt dem RothelmDer Gebiergsbach fiel hier ca. 10 Meter in die Tiefe – geradeaus den Felsen herunter. Links und rechts ragt der Berg etwas heraus, so dass es wie ein Trichter wirkte. Oder eher wie ein Canyon. So wie der Great Canyon in Amerika – nur halt nicht so Great (Groß).

Überall an den Hängen sind grüne Pflanzen und Bäume. Dazwischen ein paar Blumen und ich meine, ich habe einen Colibri zwitschern hören. Meine Vorstellung entspricht hier also der Realität.

Canyoning - Alle müssen da runter, egal wieDa stand ich nun. Mit meiner Höhenangst. Schon wieder…
Festgeschnallt sollte es nun runter gehen – in einer Mischung aus Houserunning und Abseiling.Der Kontakt zum Felsen (Haus) ist da. Es ging aber nicht mit dem Gesicht nach unten, sondern nach oben. Auch hier hatte ich selber die Kontrolle wie schnell ich mich abseile.

Canyoning - Wir schwimmen in 4 Grad kalten Wasser, Rothelm geht rechts dran vorbei....So ein bisschen nass wurde man im Wasserfall schon – auch wenn der Neopren schützt.
Das Wasser in den Bergen hat angenehme 4-5° C – Schmelzwasser….

Hier war aber Canyoning nicht zu Ende.
Weiter geht´s – immer den Bach folgen bis zur Bergbasis. Mal über trockene Steine, mal über nasse, mal mitten durchs feuchte Nass.
Mit der Zeit und mit dem Weg wurde der Bach zu einem Fluss. Breiter und tiefer. An Engstellen schneller und an breiten Stellen haben sich kleine “Seen” gebildet, da sich dort mehr Wasser staute.

Canyoning - Immer mittendrin in den FeuchtgebietGleichgewicht halten und einen festen und sicheren Tritt ist mit das Wichtigste beim Canyoning.
Ansonsten – Platsch, ins kalte Nass. Oder halt – Dong, auf den harten Stein.

In den meißten Passagen musste ich nur von Stein zu Stein dem Fluss folgen. An einigen Stellen ging es herunter wie am Anfang.
Und an ein paar wenigen Punkten sollte man ins kalte Nass rein. Und damit meine ich RICHTIG rein.

Canyoning - Pitsch PatschDa hieß es dann – spring. Aber bitte an diese Stelle des kleinen “See´s” – links und rechts von der Stelle ist der “See” nicht ganz so tief und man könnte sich etwas aufschlagen.
Also – Mut zusammen nehmen, zielen und hüpf.

Wenn man dann so eintaucht und das Wasser sich in den Neopren den Weg gebahnt hat, merkt man erst mal wie angenehm … Arschkalt das ist. ARGH.

Canyoning - Sooooooo Crazy, eine PauseSchnell raus und weiter laufen. Beim laufen wird einem auch schnell wieder warm – sollte doch jemand frieren, habe ich einen super geheimen Geheimtrick: 10 Liegestütze!
Reicht das nicht? Einfach so oft wiederholen, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist.

An einigen Stellen durfte auch gerutscht werden – da war der Felsen so glatt, dass man ähnlich dem City Slide rutschen konnte.

Canyoning - Runter gehtsJe nach Gefälle des Canyons – bei mir war es so – gibt es auch eine hängende Rutsche.
Weißte noch, was ich im Artikel zum Klettergarten dazu geschrieben habe?

Nein -> Lies es hier nach.
Ja -> Was denn? 🙂

Genau – man muss wie Tarzan schreien.

Nach grob einer Stunde ist das Wandervergnügen im Canyon auch schon vorüber. Etwas geschafft, durchnässt aber nicht ausgekühlt und mit einem breiten Lächeln habe ich diese neue Erfahrung gemeistert.



Hast du dir Canyoning so vorgestellt?
Wie fandest du es und wo ist deiner Meinung nach der beste Spot zum Canyoning?

Ich freue mich über deinen Kommentar.

greetz
Marcel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*