Flugrecht

FlugrechtVor zwei Wochen habe ich über Urlaubsrechte geschrieben.

Diesmal habe ich ein paar Beschlüsse zu Flugrechten gesammelt – vielleicht ist der eine oder andere Beschluss schon bei den Urlaubsrechten dabei. Aber lieber doppelt und an der Richtigen Stelle als gar nicht.

Aber bedenke bitte, dass ich weder Anwalt noch sonst irgendwie ein Rechtsverdreher bin.
Wenn du mehr Infos zu einem Urteil willst, wende dich bitte an deinen Anwalt oder an das entsprechende Gericht. 🙂

Los geht’s!


Was ist bei Ersatzflügen erlaubt?

FlugrechtWird einem Passagier ein Ersatzflug angeboten, da ein Flug ausfällt oder überbucht ist, müssen Fluggesellschaft und Passagier das eine oder andere beachten.
Ein Ersatzflug muss nicht angetreten werden, man kann sich auch den Ticketpreis erstatten lassen.

Wurde ein Ersatzflug angenommen, aber es sind keine Plätze in der zuvor gebuchten höher wertigen Klasse frei, kann der Passagier auf eine Ausgleichszahlung bestehen. Diese muss nur sofort beim Check-In angemeldet werden.

Wird ein Ersatzflug nicht mindestens 14 Tage vor Antritt angekündigt, steht dem Passagier zusätzlich eine Ausgleichszahlung zu.

Quelle: Airliners.de


Rückflug, bei nicht angetretenem Hinflug

Ein Passagier hat das Anrecht auf den Rückflug, auch wenn dieser den Hinflug nicht angetreten hat.

Quelle: Spiegel.de


Mehr zum Thema europäische Fluggastrechteverordnung (Perfektes Wort für Hangman) kannst du hier lesen:


Enteisung muss ausreichend vorhanden sein

FlugrechtBetriebsmittel, wie Enteisungsmittel, müssen in ausreichenden Massen bereitstehen um so einen Flugausfall vorzubeugen, entschied das Brandenburgische Oberlandesgericht (Az.: 2 U 3/13).

Quelle: Airliners.de

 


Starker Gegenwind muss bewiesen werden

Das Amtsgericht Hannover (Az.: 522 C7701/12) hat entschieden, dass bei einer Verspätung aufgrund starkem Gegenwind, dies die Fluggesellschaft beweisen muss.

Quelle: DMM.travel


Verstopfte Toilette ist kein außergewöhnlicher Umstand

FlugrechtDas Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 1687/11 [33]) hat entschieden, dass eine verstopfte Toilette keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt und somit den Passagieren bei Verspätung eine Ausgleichszahlung zusteht.

Quelle: Airliners.de

 

 


Verstopfter Kerosinfilter ist kein außergewöhnlicher Umstand

Kommt es aufgrund eines verstopften Kerosinfilters zu einer Flugverspätung, steht dem Passagier eine Ausgleichszahlung zu.
Dies entschied das Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 2265/12)

Quelle: Airliners.de


Versteckter Fabrikationsfehler ist kein außergewöhnlicher Umstand

FlugrechtWeist eine Maschine einen Fabrikationsfehler auf, spricht man nicht von einem außergewöhnlichen Umstand – außer es sind mehrere Flugzeuge einer Gesellschaft betroffen.

Fällt darauf hin der Flug aus, steht dem Passagier eine Ausgleichszahlung zu.

Quelle: Airliners.de

 

 

 

 

 


Geld nur bei beanspruchter Betreuungsleistung

Wenn ein Fluggast keine Betreuungsleistung, wie Verpflegung oder eine Hotelübernachtung, beansprucht hat, darf dieser auch keine Kosten beanspruchen bei der Fluggesellschaft.
Dies hat das Amtsgericht Düsseldorf (Az.: 53 C 6463/13) entschieden.

Quelle: Airliners.de


Anspruch auf Grundausstattung bei fehlendem Gepäck

Trifft das Gepäck verspätet im Zielgebiet ein, steht dem Passagier eine Grundausstattung an Kleidung zu. Diese darf aber nicht die notwendigen Kleidungsstücke übersteigen, hat das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 29 C 2518/12) entschieden.

Quelle: DMM.travel


Fluggesellschaft muss bei Storno den vollen Betrag zurückzahlen

FlugrechtDas Landgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 152/13) hat entschieden, dass eine Fluggesellschaft den vollen Preis bei einer Stornierung zurückzahlen muss.

Dass die Steuern, Gebühren und Entgelte zurückzuzahlen sind ist quasi bekannt. Aber eine Fluggesellschaft muss auch den Flugpreis zurückzahlen – außer sie kann beweisen, dass der Sitz nicht anderweitig verkauft wurde und dadurch wirklich Kosten entstanden sind.

Quelle: Airliners.de


Bearbeitungsentgelt bei Stornierung ist nicht Rechtens

Wenn ein Flug storniert wird, darf die Fluggesellschaft keine Bearbeitungsgebühr beanspruchen, entschied das Berliner Kammergericht (Az.: 5 U 2/12) – dies ist keine Leistung, für die eine Gesellschaft extra kassieren darf.

Quelle: Airliners.de


Schlaganfall ist höhere Gewalt

FlugrechtWenn ein Fluggast im Flugzeug einen Schlaganfall erleidet und dadurch der Flug sich verspätet, stehen den Passagieren keine Ausgleichszahlungen zu.

Das Amtsgericht Düsseldorf (Az.: 43 C 6731/12) hat entschieden, dass dies höhere Gewalt ist, welche die Fluggesellschaft auch nicht verhindern hätte können.

Quelle: Airliners.de


Flugpreis nicht lange vor Abflug fällig

Das Landgericht Berlin (Az.: 52 O 175/13) hat entschieden, dass eine Zahlung des vollen Flugpreises nicht bei Buchung fällig ist.

Kommentar in eigener Sache: Die Erfahrung zeigt aber, dass einige Airlines z.B. bei Kreditkartenzahlung dennoch auf den vollen Preis bestehen. Auch wenn dies nicht rechtens ist – die Fluggesellschaft kann den Vertrag von sich aus ja auch Kündigen. Am Ende steht es der Fluggesellschaft zu, ob Sie jemanden ein Ticket verkauft oder nicht.

Quelle: Airliners.de


Eine Maus im Flugzeug ist nicht beherrschbar

FlugrechtWenn eine Maus in einem Flugzeug zu einer stundenlangen Verspätung führt, muss die Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlung zahlen.

Dies entschied das Düsseldorfer Amtsgericht (Az.: 47 C 17099/13) mit der Begründung, dass ein Nager an Bord ein nicht vorhersehbares und nicht beherrschbares Ereignis darstellt.

Quelle: Airliners.de

 

 

 

 


Personalausfall ist kein außergewöhnlicher Umstand

Kommt ein Crew-Mitglied zu spät oder gar nicht zum Dienst, ist dies kein außergewöhnlicher Umstand für die Fluggesellschaft.

Es ist zumutbar eine Ersatzcrew am Flughafen vorzuhalten, entschied das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 32 C 1488/13(41).

Quelle: Airliners.de


Technische Probleme im Alltag ist kein außergewöhnlicher Umstand

FlugrechtWenn ein Treppenwagen ein Flugzeug „rammt“ / berührt, ist dies kein außergewöhnlicher Umstand.
Dies ist ein technisches Problem im Alltag, entschied der Europäische Gerichtshof (Az.: C-394/14) & das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 30 C 3491/13 (25).

Quelle: Airliners.de & Airliners.de

 


Bei Notlandung steht zusätzliche Entschädigung zu

Das Frankfurter Amtsgericht (Az.: 30 C 1590/13 (75) hat entschieden, dass bei einer turbulenten Notlandung dem Fluggast eine zusätzliche Ausgleichszahlung zusteht.

Quelle: Airliners.de


Organisatorische Gründe sind kein außergewöhnlicher Umstand

Kommt es zu einer Flugverspätung aus organisatorischen Gründen, ist dies für das Amtsgericht Hannover (Az.: 406 C 11801/13) kein außergewöhnlicher Umstand.

Quelle: Airliners.de


Reiserücktrittversicherung endet nicht beim Online Check-In

Das Amtsgericht München (Az.: 171 C 18960/13) entscheid, dass der Online Check-In noch nicht den Reiseantritt darstellt.

Erkrankt ein Gast nach dem Online Check-In und vor Antritt der Reise (z.B. Aufgabe vom Gepäck am Flughafen), dann greift noch die Reiserücktrittsversicherung.

Quelle: Justiz.bayern.de

 

 

 

 

 


Schäden am Gepäck schriftlich früh melden

FlugrechtSollte das Reisegepäck während des Fluges (Abgabe des Gepäcks bis Annahme) beschädigt worden sein oder wurden Gegenstände entwendet, dann muss dies innerhalb von 7 Tagen schriftlich bei der Fluggesellschaft gemeldet werden. Sonst gibt es kein Geld.

So entschied das Amtsgericht Bremen (Az.: 9 C 244/13)

Quelle: Airliners.de


Bei Verletzung am Flughafen ist die Fluggesellschaft in der Plicht

Du rutscht am Flughafen aus und brichst dir was. Wer ist nun in der Pflicht?
Klar – der Flughafen.

Ne, nix da. Der Flughafen ist nur „Erfüllungsgehilfe“ – die Fluggesellschaft muss für sichere Gangfläche zur Maschine gewährleisten.

So entschied der Oberste Gerichtshof in Wien (Az.: 8 Ob 53/14y)

Quelle: Airliners.de


Entweder, oder

Das Landesgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 67/12) hat entschieden, dass bei einer massiven Flugverspätung entweder eine Ausgleichzahlung durch die Fluggesellschaft oder ein Schadenersatz durch den Reiseveranstalter gezahlt wird.

Beides geht nicht!

Quelle: Airliners.de


 

 

Wenn du noch mehr über Flugrechte erfahren möchtest, dann kann ich dir das Handbuch des Flugverkehrsrecht empfehlen.

Sollte es dennoch einmal mit einer Fluggesellschaft nicht klappen, dann kann ich folgende Webseite empfehlen:

http://www.flightright.de/

Viel zu oft sind Fluggäste im Recht, aber die Fluggesellschaften zahlen nicht. Was also tun?
Die Jungs und Mädels von flightright haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Fluggästen zu helfen.

Natürlich wollen die etwas Geld von dir – aber nur wenn die dies erfolgreich erstritten haben. Dann wird ein Teil einbehalten – du kannst also gar nicht verlieren.

Check einfach die Webseite von denen aus, wenn du mehr wissen willst.


Wichtig
– ich will niemanden dazu auffordern sein recht zu erwirken.

Ich hoffe, dass du NIEMALS irgendwie Probleme auf Reisen bekommst. Egal was – man kann es einfach nicht gebrauchen 😉

Ich wünsche dir einen guten Flug – solltest du noch keinen gebucht haben, hol dir Inspirationen in meiner Reise Rubrik. Vielleicht ist das eine oder andere Reiseziel für dich dabei?

Greetz

Marcel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*