SUP / Stand-up-Paddling

Stand-up-Paddling – what the fuck… ja, dass habe ich zumindest beim ersten Mal (auch) gedacht.
Was ist das überhaupt und warum sollte man das tun?

Mein erstes Mal auf einem Stand-up-Paddle (kurz: SUP) Board sollte auch direkt mit Gästen sein. Naja, learning by doing – ich bin offen für Neues.

Ich habe mir vorher schon etwas Theorie angelesen und wusste also grob was ich tun muss. Aber das ist nur Theorie. In der Praxis sah es die ersten Minuten nicht so cool aus, wie in meinen Tagträumen. Braungebrannt & stählerner Körper – wie ein Baywatch Typ auf dem Board, süffisantes Lächeln – der Typ weiß was Phase ist.

Ne, ganz und gar nicht so. Ich stand auf dem Board zu früh auf und positionierte meine Füße falsch – PLATSCH! Mit voller Breitseite im Wasser gelandet. Nach dem Prinzip “Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und nochmals versuchen”, bin ich zurück zum Board, wieder hingestellt, wieder PLATSCH.

Immer und immer wieder habe ich es probiert – ich bin nun mal halt lernresistent und nach einiger zeit (~20 Min.) wurde ich besser. Ich stand schon länger auf dem Board (Sekunden, später Minuten) bevor ich ins Wasser viel.

Egal wie oft ich hingefallen bin, ich wusste dass es Andere vor mir auch schon gemeistert haben, also musste ich das auch irgendwann hinbekommen. Von Anfang an hatte ich einen riesen Spaß daran – warum auch immer – und es ging so weit, dass ich mich heute SUP-Trainer schimpfen darf. Sprich, ich darf/kann dir das Stand-up-Paddling beibringen.

Hätte ich ein Tripadvisor Account, könntest du jetzt hier ganz bestimmt millionen cooler und positiver Kommentare über mich lesen.

Was ist überhaupt Stand-up-Paddling?

Es ist eine Wassersportart, welche Wellenreiten, Kanusport und Fitness Workout miteinander verbindet und wenn du alles dabei richtig machst, wirst du bei dieser Wassersportart noch nicht einmal nass!

Man steht auf einem Surfbrett ähnlichem “Brett” und hat dabei ein Paddel in den Händen, mit welchem man sich auf dem Wasser vorwärts bewegt.

Nicht mehr, nicht weniger.

Man steht dabei aber nicht wie auf einem Surfbrett oder Skateboard mit einem Fuss vorne und einem Fuss hinten, sondern beide Füße sind Parallel zueinander und man schaut dabei geradeaus.

Die Geschichte des Stand-up-Paddling

Vor Ur-Zeiten ist Fred Mc Fischkopf (Name von der Redaktion leicht abgeändert) mit Hilfe eines schwimmenden Holzstammes von einer Insel zu einer anderen Südsee Insel geschwommen. Unterwegs hat Fischkopf Hunger bekommen und musste sich etwas zu Mampfen besorgen. Und was gibts auf dem Meer so? Genau, Fisch. Er fischte und gab seine Erfahrung an Andere weiter. Die Fischer an Land haben dieses Wissen genutzt, um so neue Jagdreviere zu erschließen. Nebenbei erfand Fischkopf so auch die moderne Kreuzfahrt, aber dies ist eine andere Geschichte.

Die Holzstämme entwickelten sich zu Flössen, Booten und länglichen, dünnen Brettern/Boards, welche irgendwann von den Surfern auf Hawaii entdeckt und fürs Wellenreiten umfunktioniert wurden. Es entstand ein riesen Wellenreiter Boom auf Hawaii und schwupps-di-wupps eröffneten die ersten Surfschulen.

Viele Touristen haben natürlich Surfstunden genommen und wollten mit Fotos zu Hause Eindruck schinden, dass sie diesen krassen Sport auf Hawaii gemeistert haben.

Die Beach Boys sind also auf Surfbrettern rausgepaddelt und haben die Surfanfänger fotografiert.

Mit der Zeit entwickelte sich daraus die heutige Trendsportart Stand-up-Paddling und erfreut sich großer Beliebtheit.

Wie funktioniert das? (Anfänger Training)

Am Anfang empfehle ich dir erstmal im knien zu üben. Platziere dich in der Mitte des Boards, Beine/Knie leicht gespreizt halten für eine stabile Position.

Das Paddel wird mit beiden Händen umfasst. Das Paddelblatt wird vorne ins Wasser eingetaucht und nach hinten, eng am Board vorbei gezogen. Danach das Paddel aus dem Wasser heben, nach vorne bewegen und das Ganze wiederholst du dann 2-3 mal pro Seite. Beim Seitenwechsel des Paddels werden die Hände entsprechend andersherum platziert. (Du wirst wissen bzw.merken, welche Hand oben sein sollte und welche unten. Wenn nicht, dann hier ein Tipp: Paddelst du links, ist die linke Hand unten und andersherum).

Wenn du so paddelst kommst du schon mal gut vorwärts.

Für rückwärts einfach die Bewegung andersherum machen, also Paddel hinten ins Wasser einstehen und nach vorne schieben. Dies ist aber etwas schwieriger, da die Finne (die ist hinten unterm Board angebracht) dich in eine Richtung versetzen wird.

Um einen Kreis zu fahren, einfach nur stumpf auf einer Seite paddeln. Mit der Zeit und wenn kein Wind herrscht, wirst du es schaffen einen Kreis zu fahren und dort rausgekommen sein, wo du gestartet bist.

Je größer du den Bogen des Paddels ziehst, Viertelkreis von vorne und weg vom Board, desto enger wird der Kreis den du fährst.

Wenn du das Paddel im Viertelkreis von hinten nach vorne ziehst, dann kannst du dich ast auf der Stelle drehen. Ähnlich wie ein Panzer.

Nach ein paar Minuten solltest du den Bogen raus haben! Jetzt geht’s ans Eingemachte – Das Hinstellen. Dazu die Füße in der Mitte des Boards platzieren, sie sollten schulterbreit oder noch etwas breiter auseinander stehen und dann langsam hinstellen. Am Anfang werden die Beine und Füße stark zittern – das ist vollkommen normal, vergeht aber früher oder später. Um einen sicheren Stand zu bekommen, kannst du das Paddel vor dich abstellen und es als Stütze nutzen.

Im Stehen “einfach” die Übungen aus dem Knien wiederholen.

Solltest du meinen Worten nicht folgen können, schau dir einfach ein paar Videos im Internet dazu an oder mache einen Kurs mit einem SUP-Lehrer (Mir zum Beispiel ;-)).

Und wie geht’s weiter? (Für Fortgeschrittene)

Wenn du schon sicher auf dem Board bist, gibt es weitere Paddel Techniken, die dich wendiger und effektiver machen. Ein Erste-Hilfe Wissen, soll auch nicht zu kurz kommen.

Der Y-Schlag

Mit diesem Paddelschlag kannst du dich seitlich versetzen und dabei weiter geradeaus paddeln.

Hierzu stichst du das Paddel nicht vorne nah am Board ein, sondern etwas weiter weg vom Board – aber dennoch vorne. Du ziehst das Paddel erst zum Board (die seitliche Versetzung) und dann ziehst du das Paddel nach hinten (vorwärts Bewegung). Quasi bewegst du das Paddel so wie beim Buchstaben Y – von vorne links zum Board und dann nach hinten oder von vorne rechts zum Board und dann nach hinten.

Seitliches Versetzen

Einfach das Paddel seitlich von dir ins Wasser stechen und zu dir ziehen. Das Board sollte sich nun seitlich entsprechend versetzen.

Der Pivot Turn

Die derzeit schnellste Drehung, die ich kenne, sie aber selber noch nicht richtig beherrsche.

Hierzu läufst du 2 Schritte auf dem Board nach hinten, sodass dein Standfuß recht weit hinten steht. Das SUP-Board wird vorne aus dem Wasser gehoben und jetzt paddelst du auf einer Seite. Dadurch kannst du dich (fast) auf der Srelle im Kreis drehen. Dies ist gut, wenn du z.B. an einer bestimmten Stelle schnell wenden willst und zurückfahren möchtest (Rennen!)

Profis sollen sich angeblich nach vorne auf dem Board bewegen, um so die Reibung der Finne im Wasser zu vermeiden.

Personen retten

Es kann vorkommen, dass jemand unter aller Kraftanstrengung nicht mehr auf das Stand-up-Paddle Board kommt! Mit folgender Technik bekommt du selbst einen Hobbit oder Hulk wieder sicher auf das Board. (Hobbit=sehr klein und schmächtig / Hulk=Super gross und massig).

Die erschöpfte Person ist auf einer Seite des Boards und hat die Hände über das Board gelegt. (Typische position für jemand erschöpften, da die Person so eine guten Auftrieb hat bei geringer Kraftanstrengung). Idealerweise liegt das Board falsch herum im Wasser, aber das hat keine Relevanz für diese Technik.

Du kommst von der anderen Seite zum Board, greifst dir die Hände/Unterarme des “Opfers” und stemmst dich mit den Knien oder gar mit den Füßen gegen das Board. Durch die Hebelwirkung flippt das Board rum und schwupps ist auch die erschöpfte Person auf dem Board. Du solltest nur darauf achten, dass der Kopf des “Opfers” nicht ins Wasser eintaucht – Verschluckungsgefahr.

Das ganze klappt natürlich auch mit bewusstlosen Personen. Die aktive Mithilfe des “Opfers” ist nicht von Nöten.

Übungen und Spiele

Ja, es ist durchaus möglich auch “Übungen” oder Spiele auf dem Board zu machen. Das mache ich manchmal, wenn ich feststelle, dass ich ziemlich erfahrene Leute dabei habe.

Übung – Rolle vorwärts

Bei einigen heißt dies auch Purzelbaum, Kusselköpper oder einfach nur eine Rolle vorwärts.
Hierzu gehst du recht weit nach hinten auf dem Board. Nicht nach ganz hinten, sonst fällst du runter. Anschließend dann einfach die Rolle vorwärts machen – achte nur darauf, dass du die Rolle schön gerade machst. Wenn du es richtig gemacht hast, solltest du vorne auf dem Board sitzen und deine Beine sind ggf. im Wasser zur frischen Abkühlung.

Übung – 360° Drehen im Stehen

Wenn du dich sicher im Stehen fühlst, dann probiere dich im Stehen einmal im Kreis zu drehen.
Dazu solltest du deinen Schwerpunkt immer exakt in der Mitte des Boards halten – bei einigen Boards ist das dort, wo die Trageschlaufe sich befindet.

Übung – Kopfstand

Handstand geht auch, aber das bekomme ich nicht hin 😀
Dein Kopf sollte in der Mitte des Boards platziert werden, deine Hände/Arme etwas weiter hinter dem Kopf um schön ein Dreieck zu Formen und dann Beine in die Luft.
Schwierig, aber möglich.

Spiele

Da sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt, solange du die Sicherheit aller Teilnehmer garantieren kannst. Wenn jemand ins Wasser fällt, ist das weniger schlimm.
Ein Spielbeispiel wäre, dass du alle Boards zusammen bindest und die beiden äußeren Teilnehmer so schnell wie möglich ihre Boards tauschen lässt, indem sie über die Boards laufen.
Oder Veranstalte ein Rennen, aber rückwärts.

Oder ein kleiner ”Kampf” auf den Boards. Wer zuletzt auf dem Board ist, gewinnt. Schubsen, ablenken und nassspritzen erlaubt – nur keine Verletzten bitte.
Oder…oder… oder.

Dir fallen sicherlich noch andere coole Spiele ein – lass mich in den Kommentaren von neuen Spielen erfahren, so kann ich auch noch was dazulernen 🙂

Boardtypen und was damit tun?!

Wie immer und überall gilt, bei den Preisen sind keine Grenzen nach oben gesetzt. (Am Ende des Artikels findest du Preisbeispiele für einen groben Richtwert).

Es gibt unterschiedliche Boards für unterschiedliche Aktivitäten auf dem Wasser.

Aufblasbare- und harte-Boards

Die ersten Stand-up-Paddle – Boards waren harte Boards, sprich die Boards waren aus einem Guss bzw. aus “hartem” Material zusammengebaut. Um es einfach zu halten sind diese harten Materialien Kunststoff oder Karbon. Die Materialien sind vielfältig – wenn du mehr wissen willst, suche im Internet einfach danach. Viele Leute haben bei weitem mehr Erfahrung als ich.

Die Vorteile bei den harten Boards sind: die Widerstandsfähigkeit, denn sie gehen nicht leicht kaputt, sind pflegeleichter, gut zu reparieren und sind sofort einsetzbar.

Nachteil: Groß, sperrig und schwer zu transportieren.

Die i-SUP’s (i=inflatable=aufblasbar) sind in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen und es werden aktuell mehr aufblasbare SUP’s verkauft, als harte Boards.

Die Vorteile dieses Boards sina, dass sie kompakt und leicht zu verstauen sind – du kannst den Sack leicht in einem Smart transportieren. Die SUP-Säcke haben meistens Tragegurte und einige sogar Rollen zum leichten ziehen, der doch schon schweren Taschen (~16 kg).

Nachteil: Größerer Pflegeaufwand und aufpumpen vor dem Einsatz. Da es voll Luft ist, kann man sagen, dass diese Boards nicht ganz so stabil sind, wie die harte Boards, aber einen großen Unterschied wirst du am Anfang nicht spüren.

Allround SUP Boards

Wie der Name schon verrät, sind dies guten allzweck Boards. Du kannst alles mit ihnen machen und sie sind für Anfänger sehr gut geeignet.

Die Boards sind recht lang, breit und haben meistens vorne eine abgerundete Spitze. Sie liegen gut im Wasser und geben eine sehr gute Stabilität.

Touren SUP Boards

Touren Boards sind für längere Trips ausgelegt. Sie sind recht lang, etwas dünner (weniger Wasserwiderstand) als Allround Boards, haben meistens eine Spitze vorne und 1-2 Netze auf dem Board angebracht, um Rucksäcke, Zelte oder Sonstiges sicher zu transportieren.

Racing SUP Boards

Diese Art von Brettern sind für Rennen ausgelegt – yap, es werden schon richtige Wettkämpfe damit ausgetragen.

Sie sind meistens nicht aufblasbar, also harte Boards, sehr dünn und laufen vorne und hinten spitz aus, um stromlinienförmig zu sein.

Wave/Wildwasser SUP Boards

Diese Boards sind für “Surfer” oder action liebende ausgelegt. Sie sind recht kurz, um so eine geringere Fläche auf den Wellen zu schaffen.

Yoga SUP Boards

Diese Boards sind nicht zum fahren ausgelegt, sondern vielmehr um darauf Sport/Yoga zu machen. Sie sind etwas Breiter als die Allround Boards, um so eine möglichst gute Lage im Wasser zu haben.

Mehr-Personen SUP Boards

Perfekt für Junggesellenabschiede, Freunde- oder Firmenevents. Auf diesen Boards passen 5 oder mehr Leute und wenn man mehrere solcher Boards hat, kann man auch lustige Rennen damit veranstalten.

“Abarten” SUP Boards

Ich habe es mal Abarten genannt, weil es zwar Stand-up-Paddle Boards sind, aber diese sich schon ein wenig unterscheiden von den Standard SUP´s.

Im Internet habe ich SUP-Boards gesehen, die mit einem Motor angetrieben werden – ist zwar nett und so, aber das verfehlt meiner Meinung nach den Sinn eines SUP´s. Aber wenn man schnell von einem Punkt zu einem anderen kommen möchte und kein Boot zur Hand hat, warum nicht?

Andere Boards die ich gesehen habe, haben eine Lenkstange zum lenken, bremsen und festhalten. Um vorwärts zu kommen, muss man auf einer Art Stepper die Beine bewegen.

Egal, für was für ein Board du dich entscheidest, probiere es mal bei Gelegenheit aus. Es macht unglaublich viel Spaß und man kommt nicht besser auf dem Wasser ohne Motorantrieb voran. Oder bist du schonmal in die Mitte eines Sees oder aus einer Meeresbucht geschwommen und konntest dir entspannt und im Stehen die Landschaft aus einem anderen Blickwinkel ansehen?

Wenn der Artikel dich noch nicht ganz überzeugt und aufgeklärt hat, kann ggf. die folgende Tabelle dir helfen einen neuen Workout-Sport zu entdecken. Mit Stand-up-Paddling steigerst du auf jeden Fall deine körperliche Fitness, deine Muskeln und deine Ausdauer.

Wie war deine Erfahrung bisher mit Stand-up-Paddling? Hast du ggf. weitere Tipps für mich?

Greetz
Marcel


Preis


HartInflatable
Allroundab 950,- €ab 500,- €
Touringab 950,- €ab 650,- €
Raceab 1.500,- €ab 700,- €
Waveab 1.000,- €ab 850,- €
Yoga
ab 700,- €

Preise von funsport.de

Bei diesen Preisen, musst du schon sehr regelmäßig fahren, damit sich das lohnt. Sicherlich gibt es auch Anbieter, bei denen man die Boards billiger bekommt oder gar bei eBay – dies soll ja auch nur ein Anhaltspunkt sein.
Wenn du den Sport nur unregelmäßig ausführen möchtest, dann solltest du dir vor Ort am besten ein Board ausleihen – das schont deinen Geldbeutel, spart Platz und unterstützt die lokalen Anbieter.

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